Das radikal Böse

Vorpremiere im Wiener Gartenbaukino

Am 15.01.2014 besuchten die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen des PORG Mary Ward Krems das Gartenbaukino in Wien. Anlässlich der Vorpremiere des Films „ Das radikal Böse", radikal2wobei im Anschluss eine Diskussion mit Experten und dem Regisseur Stefan Ruzowitzky stattfand. Die Schüler konnten selbst entscheiden ob sie diese Veranstaltung besuchen wollten oder nicht. Einige erwarteten einen nicht besonders aufregenden Nachmittag, doch der Großteil der Schüler verließ den Kinosaal beeindruckt von der Art und Weise, wie Ruzowitzky versuchte den Zusehern die damalige Situation, die Ängste, Gedanken und Beweggründe der Soldaten, die im 2. Weltkrieg tausende von Juden erschossen hatten, näher zu bringen. Originalfilmaufnahmen kombiniert mit Aufnahmen einer fiktiven Gruppe von Soldaten, bestehend aus Laienschauspielern, erzeugten ein distanziertes Bild der Männer. Ruzowitzky betonte in der anschließenden Podiumsdiskussion, dass dies notwendig war, um sich nicht zu sehr mit einer Person zu identifizieren. Sonst wäre der objektive Blick auf die Situation zerstört. Die Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm wurde angereichert mit psychologischen Ansätzen, erklärt von Experten, und Originalzitaten von Soldaten, die sehr unterschiedliche Ansichten äußerten. Die wohl wichtigsten dieser psychologischen Ansätze befassten sich mit der Frage, wie junge Männer zu scheinbar gewissenlosen Mördern werden konnten. Denn von Seiten höherer Instanzen wurde kein Zwang auf die Soldaten ausgeübt, sollten diese sich weigern, an Hinrichtungen teilzunehmen. So wurden ihnen, bis auf eventuelle Strafarbeiten, keinerlei Sanktionen radikal1auferlegt. Besonders gefährlich wurde in diesem Zusammenhang der aufkeimende Gruppenzwang, dem die meisten unterlagen. Dieser wiederum ist zurückzuführen auf die damals angewandte Form der Erziehung, der sogenannten "Schwarzen Pädagogik", die sich zum Ziel setzte, den Willen der Kinder zu brechen und absoluten Gehorsam zu schaffen. Ein geschwächtes Selbstbewusstsein war die Folge, welches zu eben jener Gruppendynamik führte, die sich in der Zeit des NS-Regimes entwickelte. Nach der Teilnahme an einer Hinrichtung wurde es für die Männer immer schwieriger, sich dem Befehl, an weiteren Erschießungen der Juden teilzunehmen, zu widersetzen. Um das eigene Gewissen rein zu halten, wurden oft die Denkweisen der Nazis vollends aufgenommen und die Juden weiterhin als minderwertig bezeichnet und dementsprechend behandelt.
Dieser Film machte den Ausflug zu einer informativen wie auch spannenden Reise in die Vergangenheit, die zwar in diesem Punkt nicht etwas ist, auf das man stolz sein könnte, aber trotzdem ein Teil unserer Geschichte ist. Man sollte darüber Bescheid wissen. Die meisten waren sehr ergriffen von der Thematik des Films, der nicht einfach nur ein Film, sondern ein Denkanstoß und auch Diskussionsstoff für die Schülerinnen und Schüler war und ist.

 Kathrin Rametsteiner und Dominik Höchtl

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