Mary Ward St. Pölten - Gymnasium

Abkühlung zwischen Büchern und Emotionen

Abkühlung zwischen Büchern und Emotionen

Der Schulschluss brachte für die 5a und 5b nicht nur unglaubliche Hitze, sondern vor allem eine Abkühlung der besonderen Art. Der Montag und Dienstag der letzten Schulwoche standen ganz im Zeichen des Abschlusses des Deutschjahres. Nach den beeindruckenden Literatur-Portfolios, die während des gesamten Schuljahres erstellt wurden, besuchten die Schüler:innen mit ihren beiden Deutschlehrerinnen Prof. Rzepa und Prof. Vlcek die Landesbibliothek NÖ und die Stiftsbibliothek Melk.

Die beiden Exkursionen brachten die Jugendlichen zwar in die Welt der Bücher, allerdings in zwei ganz verschiedene Ecken dieser.
Am Montag ging es wissenschaftlich zu: In der Landesbibliothek NÖ erfuhren sie von Dr. Doppler alles zum wissenschaftlichen Umgang mit Büchern, wie Recherche funktioniert, Bücher angekauft, zugeordnet und mit Signaturen versehen, restauriert und archiviert werden. Abschließend war auch noch Zeit im großen Lesesaal zu schmökern. „Na, den hol‘ ich mir gleich“, stellte Emilia (5a) fest und ging zielstrebig zur Information, wo sie sich gleich ihren Leseausweis für die Landesbibliothek sicherte. Weitere drei Kolleg:innen aus der 5a und 5b folgten ihrem Beispiel und waren danach gleich bei den Computern zur Recherche zu finden.
Am Dienstag wurde es historisch. Neben einer beeindruckenden Führung durch das Stift Melk (barocke optische Täuschung inklusive) erwartete die Schüler:innen, Prof. Rzepa, Prof. Vlcek und Prof. Zauner an diesem Tag eine einmalige Erfahrung. In einem bereits restaurierten Raum der Stiftsbibliothek, der bei normalen Führungen nicht hergezeigt wird, durften sie Platz nehmen. Danach wurde ihnen von Fr. Mag. Kalteis und ihrem Kollegen ein literarischer Schatz nach dem anderen gezeigt und erklärt. Original erhaltene Bücher (Pergament, Papier, handschriftlich, gedruckt) wurden hergezeigt und erklärt. Darunter das älteste Buch Niederösterreichs aus dem 9. Jahrhundert, Fragmente mit Texten Wolframs von Eschenbach, aber auch ein Buch des Renaissancemusikers Orlando di Lasso. Der Höhepunkt und damit der aufregendste Moment war allerdings das originale Fragment des Nibelungenliedes, das in Melk entdeckt wurde, das den Schüler:innen und Lehrpersonen gezeigt wurde. Die sonst recht cool gebliebenen Germanistinnen waren ob dieses besonderen Moments zu Tränen gerührt. Spätestens im Literaturgeschichte-Unterricht des nächsten Jahres werden die Schüler:innen auch verstehen, warum es zu dem spontanen Tränenausbruch gekommen war.
Insgesamt hatten die beiden Bibliothekstage also alles dabei: Abkühlung, Information, Emotionen und außergewöhnliche Momente, die hoffentlich für immer in Erinnerung bleiben.

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